Wissen & Impulse
Verstehen, was in dir vorgeht.
Psychologische Hintergründe für Frauen, die viel leisten.
Warum "einfach mal entspannen" nicht funktioniert.
Du kennst das: Nach einem langen, intensiven Tag willst du endlich abschalten. Du legst dich aufs Sofa, nimmst dir vor zu entspannen – und trotzdem rasen deine Gedanken weiter. Dein Körper ist müde, aber dein Kopf gibt keine Ruhe.
Das liegt nicht daran, dass du etwas falsch machst. Es liegt daran, wie dein Nervensystem funktioniert. Wenn du über längere Zeit unter Druck stehst, bleibt dein sympathisches Nervensystem aktiviert – der Teil, der für „Kampf oder Flucht" zuständig ist.
Dein Körper hat verlernt, in den Entspannungsmodus zu schalten. Er ist im Dauerstress gefangen, auch wenn die äußere Bedrohung längst vorbei ist.
Um echte Entspannung zu erleben, braucht es mehr als den Vorsatz. Es braucht gezielte Techniken, die deinem Nervensystem signalisieren: „Du bist sicher. Du kannst loslassen."
Nach außen alles im Griff, nach innen leer.

Von außen betrachtet läuft alles: Du hast dein Leben im Griff, hältst alle Bälle in der Luft, und niemand würde ahnen, wie es wirklich in dir aussieht. Aber innerlich fühlst du dich ausgehöhlt, leer, erschöpft.
Diese „hochfunktionale Fassade" ist bei vielen Frauen verbreitet, die gelernt haben stark zu sein. Sie haben gelernt, zu funktionieren – egal, was sie fühlen. Bedürfnisse werden hintenangestellt, Grenzen ignoriert, bis der Körper irgendwann protestiert.
„Ein Nein im Außen, ist ein Ja zu dir selbst."
Der erste Schritt ist, diese Muster zu erkennen. Der zweite ist, dir zu erlauben, dass es auch anders sein darf. Dass du nicht alles alleine tragen musst. Dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern der Anfang von echter Stärke.
Du darfst deine Stärke behalten. Aber du musst sie nicht mehr gegen dich selbst richten. Es geht darum, dich dabei nicht selbst zu verlieren.

Lisa Freytag
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